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Mittwoch, 20. Februar 2019

Die Vorgeschichte und Gründung

Die Vorgeschichte

1842

Unter dem Vorsitz von Bauinspektor Herrmann fand sich ein Kreis von Bau- und Eisenbahningenieuren - ,die Bahnstrecke München - Augsburg war ja erst zwei Jahre vorher eröffnet worden - , Lehrern der Polytechnischen Schule, Architekten und Kunstfreunden zusammen, die unter dem Namen „Architekten-Kränzchen" regelmäßige Zusammenkünfte abhielten. 22 Namen verzeichnete das erste Mitgliederregister, das Stadtbaurat Kollmann zusammengestellt hatte.

Gründung im Zeichen der Technik

1845

Der immer starker einsetzende Aufschwung der Technik brachte dem Architekten-Kränzchen einen stetigen Zuwachs aus Kreisen der Techniker wie auch an technisch interessierten Bürgern. So wurde beschlossen, der Vereinigung nun den Namen „Technischer Verein Augsburg, gegr, 1845" zu geben. Der Monatsbeitrag betrug damals sechs Kreuzer. Damit sollten die Unkosten für Beleuchtung und Beheizung eines eigenen Zimmers bestritten werden. Am 15. Oktober lud die Gesellschaft zum ersten Mal unter dem neuen Vereinsnamen zu einem Souper ins „Grüne Haus", einem der führenden Restaurants Augsburgs in jener Zeit. Dabei nahmen neben den Mitgliedern auch geladene Gäste teil.

1850

Der Monatsbeitrag von sechs Kreuzern wurde in einen Jahresbeitrag von einem Gulden umgewandelt. Eine Vereinssatzung gab es allerdings noch immer nicht, außer einigen launigen Sätzen wie ...

... an jedem Gesellschaftstag erscheinen.
... bald kommen.
... lange bleiben.
... jeder kann tun, was er will.

Was kostet der Jahresbeitrag beim TVA heute?

Mit Abschluss der Eingliederung in das Königreich Bayern im Jahre 1806 verliert Augsburg, bis dahin Freie Reichsstadt, das Reccht zur eigenen Münzprägung. Bis zur Einführung der ab 1871 gültigen Mark beziehungsweise des ab 1857 durch den Deutschen Münzverein geschaffenen Gulden zu 20 Silbergroschen gilt der Reichsguldiner oder Goldtaler zu 60 Kreuzer, später auf 90 Kreuzer und im 18 Jh. auf 120 Kreuzer festgelegt. Er ist ein direkter Nachkomme des seit 1559 in Italien geprägten Floren (Fl) gleichen Wertes.

Um 1850 entsprach der Gulden einem halben Konventionaltaler oder 60 Kreuzern und hätte heute mit einem Gewicht von 3,5357 Gramm (23 3/4 karätiges Gold) einen Geldwert von etwa 35 Euro. Damit ist der Vereinbeitrag seit 150 Jahren nahezu konstant gebleiben.

Vom Zweckbau zu „Fabrikschloß" und .,Glaspalast"

„Fabriken" als Ergebnis der von England ausgegangenen industriellen Revolution entstehen in Augsburg etwa im zweiten Viertel des Neunzehnten Jahrhunderts, also rund um die Gründungszeit des Technischen Vereins, zunächst als rein sächliche und sparsame Zweckbauten. Die damals eindrucksvollsten Komplexe erstellt die Textilindustrie.

Das Bild aus dem Jahre 1846 zeigt die von Carl Reichenbach (später TVA-Mitglied) und seinem Schwager Carl Buz ab 1844 gepachtete und 1855 gekaufte Sander'sche Maschinenfabrik. Sie ist Keimzelle der1857 gegründeten Maschinenfabrik Augsburg AG. der heutigen MAN.

Diesel und Haag gehörten einst zu ihren besten Schülern

Kreis-Gewerbs-Schule und Polytechnische Schule dienen der Bestimmung, junge Menschen in wissenschaftlichen und Kunstfächern zu unterrichten, die ihnen beim Erlernen und Ausüben des künftigen Berufes nützen oder den Übertritt an eine höhere technische Lehranstalt, die Kunstakademie oder den Eintritt in den Technischen Staatsdienst ermöglichen.

Die Polytechnische Schule bezieht 1833 zusammen mit der Gewerbeschule das1803 säkularisierte Katharinenkloster(siehe rechte Gebäudegruppe). Sie entwickelt sich 1864 zur Maschinellbauschule und 1870 zur Industrieschule. Rudolf Diesel ist einer ihrer prominentesten Schüler. Das spätere TVA-Mitglied Johannes Haag schließt 1838 mit Bestnote ab.

1956 - 64 erneuen der Staat die seit 1877 als Real- und später Oberrealschule dienenden Gebäude unter Einbeziehung der gegenüberliegenden, ehemaligen Mauthalle, und gibt ihnen den Namen .,Holbein-Oberrealschule".

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Damals gab 's noch keinen Faltplan

Von 1845 bis 1860 wird Augsburg durch die Königlich Bayerische Steuerkatasterkommission neu vermessen. Der unten abgebildete Plan von 1852 zeigt Augsburg zum Zeitpunkt, als es seine Gasbeleuchtung erhält. Das Gaswerk war 1847 in Betrieb gegangen. Die Kopfbahnhöfe der Strecken nach München und Donauwörth liegen außerhalb der Umrandung dieser Darstellung.